Tutorial – Pastellportrait Uhu

Tutorial – Pastellportrait Uhu

Wie versprochen, möchte ich dir wie bei meinem Fjordpferd-Portrait Schritt für Schritt zeigen, wie mein letztes Portrait des Uhus mit Pastellkreide und -stiften entstanden ist. Dazu habe ich viele schöne Rückmeldungen und auch Fragen bekommen, die ich gerne ausführlich beantworten will.  

Referenzbilder

Zunächst suche ich mir Referenzbilder für mein Motiv. Ich wähle aus Kundenfotos die schönsten heraus, die am besten zum Tier passen. Für eigene Arbeiten nehme ich am liebsten eigene Fotos oder lizenzfreie Bilder aus dem Internet.  

Die Bilder bearbeite ich dann noch digital nach, um eine möglichst gute Vorlage zu bekommen.  

Vorlage

Für den Uhu habe ich ein eigenes Foto ausgewählt, dass ich während eines Urlaubs im Tierfreigelände des Nationalpark Bayerischer Wald gemacht habe (ich bewundere deren Arbeit sehr – schaut mal vorbei!).


Von dem Foto habe ich einen Ausschnitt gewählt, ihn leicht gedreht, die Farben angepasst und den Hintergrund ausgetauscht. Von dieser Vorlage erstelle ich außerdem noch eine schwarzweiße Version, bei der die Kanten hervorgehoben wurden, damit ich sie leichter übertragen kann .

Vorzeichnung

Die Vorlage übertrage ich auf meinen Malgrund. Für Pastellbilder nutze ich gerne spezielle Pastellpapiere. Diese haben eine rauhe, sandige Oberfläche, auf denen die Pastellkreide besser hält. Die Farbe des Papiers wähle ich dem Motiv entsprechend.

Auf der Rückseite der ausgedruckten schwarzweißen Version trage ich Pastellkreide auf, lege das Papier mit der Pastellschicht nach unten auf den Malgrund und zeichne mit Kuli auf der Vorlage die wichtigsten Linien nach. Dadurch drückt sich eine feine Schicht des Pastellstaubs auf das Papier und dient mir als Orientierung für all die vielen Details später.

Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und der spannende Teil kann richtig losgehen. 

Mit dem Hintergrund fange ich meist an, damit ich später einzelne Details des Motivs darüber zeichnen kann. Mit einem glatten Abschluss würde es wie ausgeschnitten und eingefügt aussehen.

Grundierung 

Die erste Schicht des Portraits ist immer eine verschwommene und stellenweise dunklere Variante des Motivs ohne Details. Diese Farben schimmern später unter und zwischen den Details hervor und helfen dem Bild zu mehr Tiefe.

Ein leichter Farbauftrag ist dabei sehr wichtig, denn die Menge an Pigmenten die ein Papier tragen kann ist begrenzt. Es wäre schade, wenn nach der Grundierung keine Details mehr gehen, weil die Pigmente nicht mehr halten.
Zusätzlich kann man die Schichten auch mit einem Papierwischer (zur Not auch mit den Fingern) in das Papier reiben. Dadurch halten die Pigmente besser und die farbige Fläche ist gleichmäßiger. Daher kann man auch schon mit wenig Farbe deckend arbeiten.

Mit Pastellstiften kann ich später ganz leicht auch helle Farben und Details über die dunklen Schichten auftragen, was einen tollen dreidimensionalen Effekt erzeugt. Daher wähle ich in dieser Phase gern auch einmal kräftigere und buntere Farben.

Wichtig ist, das ich darauf achte, dass ich schon bei der Grundierung immer in die Richtung arbeite, wie die Federn (oder das Fell) liegen.

Ansonsten würde man es später sehen und die Querstriche würden unschön auffallen. Zwar verwische ich diese erste Schicht Pigmente noch, aber die Struktur und Richtung der Striche bleiben erhalten.  

Details 

Die Details arbeite ich nun Stück für Stück heraus. Dieser Teil braucht natürlich am längsten, macht aber auch am meisten Spaß. Es gibt viele verschiedene Elemente, Strukturen und Farben in die ich mich vertiefen kann. Und wenn ich nach einiger Zeit einen Schritt zurück trete, ist es immer wieder ein tolles Gefühl, wie alle Details langsam zusammen kommen. Das ist für mich die größte Faszination am Malen. Oft bin ich selbst überrascht, wie das Bild am Ende aussieht. 

Die Schattenbereiche mache ich wo es nötig ist noch dunkler und nutze dafür überaschenderweise Farben. Mit dunklem Blau, Lila oder Braun bekommen die Schatten mehr Tiefe und wirken schwärzer als reines schwarz. Probiert es gern selbst aus 😉 
Schwarz ist eben nicht gleich schwarz.

Die feinen Details der Federn zeichne ich nun mit Pastellstiften über die Grundschicht. So heben sich die hellen Striche vor dem dunklen Hintergrund ab und wirken dreidimensional. Für die unterschiedlichen Arten von Federn nutze ich unterschiedliche Techniken, damit sie entweder kurz und hart oder flächig und weich aussehen. 

Der Schnabel bekommt mit seiner glatten, harten Oberfläche wenig Struktur und die Feuchtigkeit und Spiegelung der Augen, die diese erst richtig lebendig machen, erreiche ich mit den Lichtreflexen und dem Schatten unter dem Augenlid. 

In vielen kleinen Abschnitten wächst nun das Bild heran und je mehr Zeit ich mir dabei lasse, umso feiner kann ich mit den Details werden. Da es sich hier aber um ein ca. DIN A4 kleines Bild handelt, sind die Details natürlich durch die Dicke der Stiftspitze begrenzt. Für mich ist es aber auch ein schöner Effekt, wenn das Bild von fern realistisch aussieht und man aus der Nähe noch die einzelnen Striche erkennen kann.  

Das Tierportrait ist fertig  

Jetzt wird es noch abfotografiert und eingescannt, um die digitale Version im Internet auszustellen. Vom Uhu könnt ihr z.B. in meinem Shop bei Redbubble Poster und Kunstdrucke kaufen 😍

Das Original kommt vorerst mit einem Passepartout gerahmt an meine eigene Wand. 

Und jetzt hoffe ich, Ihr konntet etwas für euch mitnehmen und habt Spaß beim selber malen und zeichnen. Denn ihr wisst ja: Motivation und Geduld geht über Talent! 😉 

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