Buntstifte sind doch Kinderkram!

Das zumindest habe ich früher auch gedacht. Buntstifte haben für Kinder und ihre ersten Schritte in der Welt der Kunst unbestreitbar viele Vorteile und sind deshalb so beliebt: Sie kleckern nicht wie Wasserfarbe, sie schmieren nicht wie Bleistifte und sie färben nicht wie Filzstifte. Man kann sie problemlos anspitzen und sie deshalb auch für die Beschäftigung unterwegs einpacken.
Allerdings kann man mit ihnen nicht gut deckend ausmalen oder gleichmäßige Flächen erzeugen. Oder doch? Zumindest nicht, wenn man sich nicht die Zeit dafür nimmt und ein paar Dinge beachtet.

Buntstifte sind auch nur Stifte

Buntstifte sind wie jedes andere Zeichenutensil nur ein Medium. Wer sein Werkzeug beherrscht, kann mit den ungewöhnlichsten Dingen wahre Kunstwerke erschaffen (z.B. Kuli oder sogar mit Kaffee (und ich meine nicht Latte Art)). Das gilt natürlich auch für Buntstifte.

Das Geheimnis zum Erfolg

Wer „mal eben schnell“ ausprobieren will, wie sich ein neues Zeichenwerkzeug anfühlt, der wird eher weniger Erfolg haben als Kinder. Die sind mit ihren krakeligen Kunstwerken meinst nämlich sehr zufrieden (das ist meine Definition von Erfolg). Wem das nicht genügt, der kommt leider an einer Sache nicht vorbei: Geduld und Übung – jaah, ich weiß, unser aller Lieblingsworte. Nimmt man sich die Zeit, sich mit dem Buntstift auseinander zu setzen, seine Stärken und Schwächen kennen zu lernen und zu üben, dann erst entfaltet der Buntstift seine versteckte Magie 😉

Vor- und Nachteile

Das Zeichnen mit Buntstiften ist –zugegeben – sehr zeitaufwändig, aber es lässt auch einen unglaublich hohen Detailgrad zu. Dabei kommt es aber nicht nur darauf an, wie viel Zeit man sich nimmt (denn das ist Voraussetzung 😉 ). Vorteile sind z.B.

  • dass man die harte Mine unglaublich spitz bekommt, ohne dass sie so schnell abbricht (wenn man nicht mit allter Kraft drückt) oder man sie für jeden Strich neu spitzen muss. Sie halten also lange.
  • dass die Farben sind nicht sofort beim ersten Auftragen auf das Papier deckend sind (das muss kein Nachteil sein). Man kann dadurch Farben direkt auf dem Papier mischen, indem man sie in mehreren Ebenen übereinander aufträgt.
  • dass Buntstifte nicht so schnell verwischen.

Brauche ich teure Künstlerfarbstifte?

Welches Material man denn nun kaufen soll, hängt von vielen Faktoren ab.
Will ich eben doch nur mal ausprobieren, ob das Medium mir liegt oder will ich mich auf jeden Fall reinfuchsen bis ich es kann?
Wie viel Geld möchte oder kann ich ausgeben?
Und vor allem: Was möchte ich zeichnen?

Auf alle diese Fragen, sowie die Vorteile und Techniken im Detail will ich in einem eigenen Beitrag noch genauer eingehen. Habt ihr dazu Fragen? Stellt sie mir gern in den Kommentaren oder per Email.

Fazit

Um es kurz zu machen: Teures Künstlermaterial hab natürlich Vorteile (Lichtechtheit und Deckkraft z.B.), aber man kann wie schon gesagt auch mit einfachen Stiften gute Ergebnisse erzielen, wenn man sich die Zeit dafür nimmt 😉

Afghanenwelpe D´Amun Ramses

Vor kurzem gab es bei der Freundin mit ihren Afghanen, die ich schon filzen und zeichnen durfte, Nachwuchs. Genau genommen gab es bei der Züchterin Nachwuchs, aber meine Freundin durfte sich ihren Welpen gleich als erste aussuchen und ihr Mann hat wunderschöne Fotos der quirligen Welpen geschossen.

Die Welpenfotos waren dann zu verführerisch und ich musste den kleinen Mann einfach zeichnen. Dieses Mal in bunt mit Buntstiften, statt schwarz-weiß mit Kuli.

Portrait von Afghanenwelpe Ramses mit Buntstiften

Leider war die Wahl des Papiers mit Aquarellpapier nicht ganz so glücklich. Aquarellpapier hat zwar eine rauhe Oberfläche, was für das Zeichnen mit Buntstiften an sich von Vorteil ist, jedoch ist es auch in sich uneben und die Oberfläche ließ leider nicht allzu viele Schichten Farbe für Details zu.

Dennoch bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des kleinen Ramses (nicht zu verwechseln mit dem großen, namensgleichen Onkel Ramses, den ich auch schon gefilzt habe).

Wo ich mir noch unsicher bin ist, ob ich den Hintergrund weiß belassen soll oder ihn doch noch anders gestalte. Ideen sind sehr willkommen 🙂

Norweger Fjordpferd mit Buntstiften

Während ich mit Fineliner und Kugelschreiber auf meinem neuen braunen Lieblingspapier zeichnete, kam mir die Idee, ob man auf dem Papier auch mit Buntstiften gut zeichnen könnte. Das braune Papier und kräftige, leuchtend bunte Farben malte ich mir im Geiste wunderschön aus.

Ich kramte also meine guten, alten Polychromos Buntstifte aus meiner Ausbildungszeit wieder heraus und startete einen Versuch. Da ich kurz vorher ein schönes (lizenzfreies) Bild von einem Fjordpferd gefunden hatte, habe ich das gleich umgesetzt.

Portrait eines Norweger Ponys mit Polychromos Buntstiften

Die Stifte waren wunderbar deckend auf dem Papier und obwohl das Bild nur DIN A5 klein war, konnte ich schöne Details ausarbeiten. Zwar hatte ich übersehen, dass ein Pferd mit dieser Fellfarbe (Falbe), sich auf beigem Papier vielleicht nicht soo knallig hervorhebt, aber das Ergebnis gefiel mir trotzdem ^^

Und ich habe wieder neu erlebt, warum ich meine Polychromos so sehr liebe.

Größe:

  • 15 x 20 cm

Material:

  • Braunes Papier von SMLT
  • Polychromos Buntstifte von Faber Castell

Hinweis: Dies ist keine bezahlte Werbung, sondern lediglich die Aufzählung der von mir verwendeten Materialien, die ich nach eigenem Ermessen für dieses Bild ausgesucht habe. Diese Aufzählung soll Interessierten und Künstlern Einblicke in meine Arbeit geben und als reine Information dienen.